Nein. Eine historische Angabe beschreibt etwas, das bereits geschehen ist; eine Finanzprognose drückt eine Erwartung, eine Schätzung oder ein Ziel für die Zukunft aus. Bei der Übersetzung muss dieser Unterschied deutlich bleiben.
Es ist nicht dasselbe zu schreiben:
„Der Umsatz stieg im Jahr 2025 um 8 %“
als:
„Das Unternehmen rechnet damit, seinen Umsatz im Jahr 2027 um 8 % zu steigern.“
Der erste Satz vermittelt ein bereits verzeichnetes Ergebnis. Der zweite spricht von einer Erwartung, die sich noch ändern kann.
Die IFRS-Standards unterscheiden genau zwischen Informationen zu bereits abgeschlossenen Zeiträumen und Informationen zu möglichen zukünftigen Ereignissen.
Warum ist der Grad der Gewissheit wichtig?
In Finanzprognosen tauchen ständig Begriffe wie „expect“, „estimate“, „forecast“, „project“, „target“ oder „outlook“ auf.
Bedeuten sie alle dasselbe? Nein.
Ein Ziel drückt eine Zielvorgabe aus. Eine Schätzung basiert auf den verfügbaren Informationen, um einen wahrscheinlichen Wert zu berechnen. Eine Prognose antizipiert eine mögliche zukünftige Entwicklung.
In US-amerikanischen Unternehmensunterlagen werden beispielsweise Ausdrücke wie „expect“, „estimate“, „target“, „project“, „forecast“ und „outlook“ üblicherweise verwendet, um Aussagen zu zukünftigen Ereignissen oder Ergebnissen zu kennzeichnen.
Daher ist es bei einer professionellen Finanzübersetzung ratsam, die im Original gewählte Nuance beizubehalten. Die Umwandlung einer Prognose in eine zu kategorische Aussage kann dazu führen, dass die Botschaft mehr Sicherheit vermittelt, als tatsächlich besteht.
Wie verhält es sich mit „forecast“, „guidance“ und „target“?
Hier ist der Kontext besonders wichtig.
Ein „forecast“ bezieht sich in der Regel auf eine Prognose, die auf den verfügbaren Informationen basiert. Ein „target“ bezeichnet ein Ziel, das das Unternehmen erreichen möchte. Und „guidance“ wird in bestimmten Unternehmenskontexten verwendet, um Leitlinien oder Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ergebnisse zu kommunizieren.
Zum Beispiel:
- „sales increased“ → der Umsatz stieg;
- „sales are expected to increase“ → es wird erwartet, dass der Umsatz steigt;
- „sales are forecast to increase“ → es wird ein Anstieg des Umsatzes prognostiziert;
- „sales target“ → Umsatzziel.
Die Unterschiede scheinen gering, entsprechen jedoch unterschiedlichen Situationen.
Wo findet man historische Daten und Prognosen in ein und demselben Dokument?
Es ist durchaus üblich, dass beide nebeneinander vorkommen.
Eine Ergebnispräsentation kann zunächst erläutern, was im letzten Geschäftsjahr geschehen ist, und einige Seiten später einen Ausblick auf das nächste Geschäftsjahr geben.
Ein Geschäftsbericht kann vergangene Ergebnisse, die aktuelle Lage und Wachstumserwartungen miteinander verbinden.
In solchen Fällen muss bei der Übersetzung von Finanzdokumenten die Grenze zwischen Fakten, Schätzungen und Zielen klar gewahrt bleiben.
Warum ist dies für internationale Unternehmen besonders wichtig?
Wenn die Unterlagen an Aktionäre, Gesellschafter, die Geschäftsführung oder Investoren in anderen Ländern gelangen, sollte der Leser dasselbe Maß an Gewissheit wahrnehmen, das das Original vermittelt.
„Wir erwarten“, „wir schätzen“, „wir gehen davon aus“ und „unser Ziel ist es“ bedeuten nicht genau dasselbe.
Ein spezialisierter Finanzübersetzungsdienst muss diese Nuancen berücksichtigen, insbesondere bei Ergebnisberichten, Geschäftsplänen, Prognosen und Unternehmenspräsentationen.
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Bei Blarlo arbeiten wir mit professionellen Muttersprachlern zusammen, die auf die jeweilige Branche, den Inhalt und den Zielmarkt spezialisiert sind.
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Häufig gestellte Fragen
Ein historischer Wert beschreibt ein Ergebnis oder ein Ereignis, das bereits stattgefunden hat. Eine Finanzprognose bezieht sich auf eine Erwartung oder Schätzung zukünftiger Ergebnisse.
Nicht unbedingt. Eine Prognose schätzt anhand der verfügbaren Informationen ein, was passieren könnte, während ein Ziel das Ergebnis angibt, das ein Unternehmen erreichen möchte.
Weil die Übersetzung denselben Grad an Gewissheit wie das Original wahren muss. Ein bestätigtes Ergebnis darf nicht als Schätzung dargestellt werden, und eine Prognose sollte nicht zu einer kategorischen Aussage werden.
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