In Europa ist eine Vorstellung weit verbreitet: Französisch sei von Natur aus eine elegante Sprache. Dabei geht es nicht nur darum, wie sie klingt, sondern auch darum, was sie repräsentiert. Ein Blick auf Mode, Parfümerie oder Luxusgüter genügt, um dies zu bestätigen: Wenn eine Marke schick klingen will, fügt sie ein französisches Wort hinzu. Dieses Klischee ist kein Zufall, jedoch auch nicht so einfach, wie es scheint. Zu verstehen, wann die Sprache real ist und wann sie nur ein symbolisches Mittel ist, hilft dabei, die Sprache und ihren professionellen Gebrauch besser zu interpretieren, auch wenn man mit einem Übersetzer Deutsch-Französisch arbeitet.
Warum Französisch mit Eleganz assoziiert wird
Über Jahrhunderte hinweg war Französisch die Sprache des Hofes, der Diplomatie und der kulturellen Eliten Europas. Diese historische Verbindung hat die kollektive Wahrnehmung der Sprache tief geprägt. Studien zu sprachlichen Einstellungen in Europa zeigen, dass Französisch auch heute noch mit Begriffen wie Raffinesse, Kultur und Prestige in Verbindung gebracht wird, selbst unter Sprechern, die die Sprache nicht beherrschen.
Diese Wahrnehmung erklärt, warum Französisch über seine kommunikative Funktion hinaus als ästhetische Referenzsprache verwendet wird. Sie wird nicht zum Erklären, sondern zum Beschwören verwendet.
Französisch als schicke Ressource in Mode und Luxus
In Branchen wie Mode, Kosmetik oder Parfümerie wird Französisch selektiv und strategisch eingesetzt. Wörter wie Atelier, Couture, Eau de parfum, Maison oder Collection tauchen sogar bei nicht-französischen Marken auf.
Hier erfüllt die Sprache eine klare Funktion: Sie verleiht einen symbolischen Mehrwert. Es kommt nicht so sehr darauf an, dass der Verbraucher jeden Begriff versteht, sondern vielmehr auf das Image, das dieser Begriff vermittelt. Diese Verwendung verstärkt das Klischee des eleganten Französisch, auch wenn es nicht das echte Französisch repräsentiert, das täglich gesprochen wird.
Wenn das Klischee nicht mit der sprachlichen Realität übereinstimmt
Außerhalb kreativer oder markenbezogener Kontexte fungiert Französisch nicht als Ziersprache. Im alltäglichen und beruflichen Gebrauch ist es eine normative, strukturierte und präzise Sprache, die sehr auf Korrektheit und einen formellen Rahmen ausgerichtet ist.
Das bedeutet jedoch nicht, dass es sich um eine direkte Sprache handelt. Im Gegenteil: Das professionelle Französisch pflegt eine indirekte, nuancierte und sorgfältig formulierte Kommunikation, insbesondere in institutionellen und geschäftlichen Umgebungen. Der Unterschied besteht darin, dass diese Indirektheit nicht darauf abzielt, die Botschaft zu verschönern, sondern sie richtig einzuordnen.
Der Kontrast zeigt sich, wenn man das Französisch, das als ästhetisches Mittel in der Mode, im Luxusbereich oder im Marketing verwendet wird, mit dem tatsächlichen Arbeitsfranzösisch vergleicht, bei dem Struktur und Höflichkeit Vorrang vor der Wirkung haben. In diesem Zusammenhang vermeiden professionelle Übersetzungen aus dem Französischen, sei es durch einen französischen Übersetzer oder einen Übersetzer vom Französischen ins Deutsche, die Verstärkung des Stereotyps der „ständigen Eleganz” und übertragen den Text so, wie er in der tatsächlichen Verwendung funktioniert.
Wann das Französische diese Funktion erfüllt
Das Klischee ist nicht völlig falsch. In kreativen Kontexten, im Bereich Markenbildung oder bei der Positionierung im Premiumsegment gilt Französisch nach wie vor als Prestigesprache. Ihr bewusster und begrenzter Einsatz kann kulturelle Nuancen vermitteln, die andere Sprachen nicht in gleicher Weise vermitteln können.
Der Schlüssel liegt darin, zwischen Französisch als ästhetischem Mittel und Französisch als Arbeitssprache zu unterscheiden.
Fazit
Der Mythos des eleganten Französisch hat eine klare historische und kulturelle Grundlage, legt jedoch nicht die Sprache als Ganzes fest. In Europa wird Französisch je nach Kontext sowohl zur Kommunikation als auch zur Suggestion verwendet.
Daher ermöglicht die Zusammenarbeit mit einem französischen Übersetzer, beispielsweise einem Übersetzer vom Deutschen ins Französische oder einem spezialisierten Übersetzer vom Französischen ins Deutsche, das Stereotyp von der sprachlichen Realität zu trennen. Bei blarlo gehen wir bei professionellen Übersetzungen vom Französischen von diesem Gleichgewicht aus: Wir respektieren die Sprache so, wie sie ist, ohne sie mit Klischees zu überfrachten, verstehen jedoch auch den symbolischen Wert, den sie haben kann, wenn es der Kontext erfordert.



