Bei einer Übersetzung ins Portugiesische muss von Anfang an klar sein, ob der Text für Brasilien oder Portugal bestimmt ist. Auch wenn es sich um dieselbe Sprache handelt, gibt es doch genügend Unterschiede zwischen diesen beiden Sprachvarianten, sodass ein Text in dem einen Markt natürlich klingen kann, im anderen jedoch eher befremdlich. In Werbetexten, Firmendokumenten oder digitalen Publikationen spielt diese Feinheit eine wichtige Rolle. Wenn ein Unternehmen also eine Übersetzung ins Portugiesische in Auftrag gibt, sollte man wissen, für welches Land genau diese bestimmt ist.
Nicht nur der Akzent ist anders
Eine der weitverbreiteten Vorstellungen ist, dass sich das Portugiesische in Brasilien und in Portugal lediglich hinsichtlich der Aussprache unterscheidet. Tatsächlich gehen die Unterschiede weit darüber hinaus. Viele Alltagswörter, gängige Redewendungen und sogar einige sehr gebräuchliche Sprachmuster sind unterschiedlich. In Brasilien sagt man beispielsweise „ônibus“, „trem“, „sorvete“ oder „camiseta“, während in Portugal die üblichen Bezeichnungen dafür „autocarro“, „comboio“, „gelado“ und „camisola“ lauten. Das gilt auch für Begriffe aus dem Alltag und dem Sport: „goleiro“ in Brasilien im Gegensatz zu „guarda-redes“ in Portugal oder „escanteio“ im Gegensatz zu „canto“. Auf einer Website, in einer Kampagne, in einer Produktbeschreibung oder bei jedem anderen Inhalt, der für den Endkunden bestimmt ist, fällt das sofort ins Auge.
Genau in diesem Punkt zeichnen sich gute Übersetzungen ins Portugiesische aus. Ein Text kann zwar korrekt übersetzt sein, dennoch unnatürlich klingen, wenn er nicht an die jeweilige Sprachvariante angepasst wurde, die die Zielgruppe spricht. Es ist nicht dasselbe, Texte für São Paulo zu verfassen wie für Lissabon, und eine Marke, die gut kommunizieren möchte, sollte dies berücksichtigen.
Auch die Art und Weise, wie man sich ausdrückt, ist unterschiedlich
Der Unterschied liegt nicht nur im Wortschatz. Das zeigt sich auch in der Art und Weise, wie bestimmte Sätze gebildet werden, sowie in einigen sehr gebräuchlichen Redewendungen. In Brasilien ist es beispielsweise üblich, das Gerundium zu verwenden: „estou fazendo“, „estou chegando“ oder „estou falando“. Wohingegen in Portugal eher Formulierungen wie „estou a fazer”, „estou a chegar” oder „estou a falar” verwendet werden. Auch die Wortstellung der Pronomen unterscheidet sich: In Brasilien liest oder hört man häufig „me avise“ oder „te digo“, während in Portugal Formen wie „avise-me“ oder „digo-te“ üblicher sind. Sogar die Anrede kann je nach Markt unterschiedlich klingen: In Brasilien ist „você“ in der Alltagskommunikation weit verbreitet, während sie in Portugal nicht immer auf dieselbe Weise oder mit derselben Selbstverständlichkeit verwendet wird.
Dies hat großen Einfluss auf den allgemeinen Ton des Textes. Eine Übersetzung vom Portugiesischen ins Spanische kann den ursprünglichen Sinn korrekt wiedergeben, doch wenn der Text vom Spanischen ins Portugiesische übersetzt wird, kann eine falsche Wahl der Sprachvariante dazu führen, dass das Ergebnis an Natürlichkeit verliert. Und wenn ein Unternehmen Inhalte übersetzen lässt, um Produkte zu verkaufen, zu informieren oder sein Image zu pflegen, ist dieses Detail plötzlich keine Kleinigkeit mehr.
Was bedeutet das für eine Übersetzung für Unternehmen?
Für ein Unternehmen ergibt sich daraus eine klare Schlussfolgerung: Die Übersetzung für Brasilien unterscheidet sich von der für Portugal. Eine Übersetzung ins brasilianische Portugiesisch für E-Commerce, Kundenservice oder digitale Kampagnen erfordert einen anderen Ansatz als ein Text, der für Portugal bestimmt ist. Daher ist es bei professionellen Übersetzungen ins Portugiesische ratsam, von Anfang an genau zu definieren, für welchen Markt der Inhalt bestimmt ist. Genau hier kann ein Übersetzungsbüro mit Schwerpunkt auf portugiesische Texte einen besonderen Mehrwert bieten: durch die Anpassung des Textes an die jeweilige Sprachvariante, damit er natürlich klingt und beim Leser besser ankommt.



